Blasenzentrum am Stadelhofen

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Übersicht der Methoden >  Hormonelle Antikonzeption

Ovulationshemmer (Oh, die 'Pille')

Allgemeines

- Die Pille wurde in den 60-er Jahren eingeführt und ist das am häufigsten verordnete Medikament in der Geschichte der Menschen.

- Weltweit rechnet man damit dass 60-80 Milionen Frauen die Pille einnehmen. In den USA sind das immerhin 12 % der Frauen im reproduktiven Alter.

 

Wirkungsprinzip

Die hormonale Verhütung beruht auf der Wirkung von von aussen zugeführten Hormonen der Frau (Östrogenen und/oder Gestagenen). Diese Zufuhr bewirkt via negativem Hemmeffekt auf das Gehirn das Ausbleiben des sog. LH Peaks und somit wird der Eisprung verhindert. Auch die gesamte FSH und LH Freisetzung ist reduziert, so dass es nur zu einer minimalen Östrogen und Gestageproduktion kommt ( entsprechend ca. 1/3 der Norm). Die Pille führt zu keiner wesentlichen Veränderung.des Körpergewebes, 10 Tage nach der letzten Pille kann man schon wieder die normale Fluktuation der Gonadotropine beobachten.

 

Unterscheide

- Zentrale Hemmung: Ovulationshemmung

Gn - RH - Sekretion

FSH/LH - Sekretion (kein LH Peak)

 

 

- Periphere Hemmung: Nidationshemmung (keine Einnistung)

Endometriumproliferation

Sekretorische Umwandlung

Zervixschleimviskosität verändert

Tubenmotilität gestört

 

 

Wie sind die heutigen Kombinationspräparate zusammengesetzt?

 

Heute sollten in der Regel nur noch sogenannte Mikropillen (Minipille) verordnet werden, dies sind Präparate mit weniger als 50 ug Aethinylöstradiol. Die meisten Pillen enthalten 30 - 35 ug. Es gibt aber auch Präparate mit 20 ug Aethinylöstradiol und weniger.

 

Östrogene

Aethinylöstradiol 20 - 50 ug, seltener Mestranol

 

Gestagene

Norethisteron 0.5 - 2 mg/ Cyproteronacetat 2 mg/ Desogestrel 0.150 mg/ Gestoden 0.0075 mg/ Norgestimat

 

Ohne Gestagene braucht es mindestens 100 µg Aethinylestradiol zur OH. Gestagene verhindern die Ovulation. Östrogene verhindern das Östrogendefizit und regulieren den Zyklus.

 

 

Verschiedene Kombinationen der Pillenbestandteile

 

Neben der täglichen Aethinylöstradioldosis ist ein weiteres relevantes Merkmal für ein Präparat das Dosierungsschema. Allen im Handel befindlichen Ovulationshemmern ist gemeinsam, dass in jedem DragŽe ein Östrogen enthalten ist. Im einfachsten Fall bleibt sowohl die Östrogen wie auch die Gestagendosis konstant, dann spricht man von Einstufen oder Einphasenpräparaten.

 

Einphasenpräparate 21 Tage gleiche Östrogen/Gestagen- Dosis. 7 Tage Pause Zweistufenpräparate 11 Tage Östrogen/Gestagen konstant, ab 12. Tag Gestagen erhöht Dreistufenpräparate In allen 3 Abschnitten unterschiedliche Hormondosis ('Cyclusgerecht') Zweiphasenpräparate 7 Tage Östrogene, dann 15 Tage Östrogene/Gestagene und 6 Tage Pause.

 

 

Wirkungen der Pille

 

Vorausgesetzt dass die Pille regelmässig ab 1. Zyklustag eingenommen wird und das Einnahmeintervall nicht > als max. 36 Stunden beträgt (Beachte: gewisse Pillen müssen genauer eingenommen werden) ist die 'Pille' eine sichere, nebenwirkungsarme und und einfache Verhütungs-Methode. Die Reversibilität ist ein wesentlicher weiterer Vorteil. Erbrechen und Durchfall verhindern unter Umständen die Resorption, dann ist die Verhütung natürlich unsicher (wie 'vergessene Pille'!). Falls leichte Nebenwirkungen auftreten, dann verschwinden diese häufig nach 3 - 4 Monaten (Päparate nicht zu früh wechseln).

 

 

Ist die Pille nur zur Verhütung hilfreich?

 

Nein, auch bei folgenden Beschwerden kann es zu einer Besserung kommen

- Dysmenorrhoe (stark schmerzhafte Periodenblutungen)

- Hypermenorrhoe (starke Periodenblutungen)

- Prämenstruelles Syndrom

- Mastalgien (Brustschmerzen)

- Hirsutismus (verstärkte Behaarung)

- Akne

- Endometriose

 

 

Erhöht die Pille das Krebsrisiko?

 

Es gibt heute keine eindeutigen Hinweise, dass das Brustkrebsrisiko ansteigt. Ob ein Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und Gebärmutterhalskrebs besteht, wird ebenfalls diskutiert. Wir wissen, dass Virusinfektionen (Human-Papilloma-Virus 'HPV') das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöhen können. Da Frauen, die die Pille nehmen, meist Sex ohne Präservativ haben, sind sie bei häufigen Partnerwechsel einem höheren Risiko für eine HPV-Infektion ausgesetzt. Deshalb sollte sich jede Frau regelmässig durch Ihre Ärztin/Ihren Arzt untersuchen und einen Krebsabtrich in der Regel 1 x pro Jahr machen lassen.

 

 

Kann die Pille gewisse Krankheiten verhindern?

 

Ja, die nachfolgend aufgezählten Krankheitsbilder sind bei Pilleneinnehmerinnen seltener:

- Eileiterentzündungen (und dadurch auch deren mögliche Folge: Sterilität)

- Gutartige und bösartige Eierstocktumoren,

- Gebärmutterkrebs

- Schilddrüsenerkrankungen

 

 

Welches sind mögliche Nebenwirkungen der Pille

 

Herz/Kreislauf

- Herzinfarkt

- Thromboembolien

- Hoher Blutdruck

- Zerebrale Insulte

 

Leber

- Stoffwechselstörungen

- Lebertumoren

- Gallenblasenerkrankungen

 

 

Positive NW

- neben den negativen Auswirkungen, kann die Pille aber zusätzlich zur Verhütung auch positive Folgen zeigen (vgl. Ist die Pille nur zur Verhütung hilfreich? Kann die Pille gewisse Krankheiten verhindern?)

Ist die Pille bei jungen Frauen in der Adoleszenz geeignet?

 

Bei der Adoleszenz handelt es sich um eine sensible Übergangsphase von derKindheit ins Erwachsenenalter Dabei kommt es zur Ausreifung der hormonellen (hypothalamisch-hypophysären) Achse, in dieser Zeit ist der Zyklus teilweise ohne Eisprung. Heute wissen wir:

 

Die Pille

- beeinflusst den hypothalamisch-hypophysären Reifungsprozess kaum

- Stoppt das Knochenwachstum nicht

- führt nicht zu bleibenden Zyklusstörungen nach Absetzen

- kann dieselben Nebenwirkungen wie bei der erwachsenen Frau zeigen




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